Konzept

Seit 2004 veranstaltet die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft alle 2 Jahre das Projekt „Waldgestalten“, welches jedes Projektjahr in einem anderen Stuttgarter Stadtwald statt findet.

Das Projekt ermöglicht es Kindern und Jugendlichen innerhalb eines offiziell genehmigten Waldrundweges künstlerische Objekte aus Naturmaterialien anzufertigen und diese dann als Teil einer Ausstellung in den Wald zu integrieren. Die Kunstobjekte können entweder direkt im Wald mit den dort vorgefundenen Naturmaterialien gestaltet werden oder es ist auch möglich, die Objekte woanders anzufertigen, sie dann in den Wald zu transportieren und dort an einem geeigneten Platz am Wegesrand aufzustellen. Am Schönsten ist natürlich ein kreatives Erlebnis direkt im Wald. Alle Kunstwerke werden dann über mehrere Wochen im Wald ausgestellt und nach dem Projektzeitraum wieder abgebaut.

Mitmachen können Familien oder Privatgruppen aus Kindern und Jugendlichen mit oder ohne Handicap sowie Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit oder ohne Handicap. Waldgestalten ist inklusiv und barrierefrei.

Was ist Waldgestalten?


  • Freies, prozessorientiertes Gestalten mit Naturmaterialien.

  • Ein kreativer Dialog zwischen Wald, Umwelt und Mitmenschen.

  • Natur intensiv wahrnehmen, eine Verbindung zu ihr aufbauen und mit allen Sinnen erleben.

Ablauf des Projekts

Ihr meldet euch bei uns zum Projekt an, besichtigt den vorgegebenen Waldrundweg und sucht euch entlang dieses Weges einen Platz für eure Kunstwerke aus. Ab dem 20.07.2020 können dann alle teilnehmenden Gruppen so oft sie wollen an ihrem ausgewählten Platz arbeiten und nach ihren Vorstellungen und Fähigkeiten kleine bis größere Kunstobjekte gestalten oder ihre schon fertigen Objekte dort platzieren. Das Projekt lebt von eurer Eigeninitiative. Gerne könnt ihr selbstständig im Wald arbeiten und dafür auch selbst Material und Werkzeug mitbringen.

Bitte gebt uns zur Sicherheit immer kurz Bescheid, bevor ihr in den Wald geht.

Ihr werdet von uns nicht alleine gelassen, wenn ihr das nicht wollt. Unser „Waldgestalten-Team“ unterstützt euch gerne, natürlich auch vor Ort im Wald. Einfach melden und anfragen.


Innerhalb der Gestaltungsphase vom 20.07.20 – 20.09.20 kann nach Voranmeldung auch die Werkstatt vom Jugendhaus Degerloch von Gruppen genutzt werden. Unser Naturpädagoge Birk Brinkmann unterstützt euch dabei tatkräftig mit seinem Fachwissen. Die vollendeten Kunstobjekte werden dann von der Werkstatt in den Wald gebracht und dort gemeinsam platziert. Bitte rechtzeitig anmelden.


Jede Teilnehmergruppe dokumentiert ihren Produktionsprozess und stellt uns diese Fotos und Materialien für die Dokumentation zur Verfügung. Daraus entsteht eine Fotosammlung im Plakatformat mit ökologischen Bildungsinhalten, Pressestimmen und Daten. Bitte klärt hierfür die datenschutzrelevanten Einverständniserklärungen mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten ab.

Was sind Absichten und Ziele von Waldgestalten?


  • kreatives Gestalten mit Naturmaterialien inmitten des Waldes

  • Wahrnehmen und Erleben der Natur und ihrer Materialien

  • Kennenlernen des regionalen Waldes und der darin vorkommenden Natur

  • Erklärung des Waldes, der Natur sowie der verwendeten Naturmaterialien

  • Begreifen von Zusammenhängen des komplexen Ökosystems Wald

  • Entwickeln von Gespür sowie Verständnis für die Natur


Das Projekt „Waldgestalten“ möchte durch das Erschaffen von Kunstwerken im Wald künstlerische Aktivitäten mit Ökologie verbinden. Es möchte aufgreifen, was in jedem Menschen veranlagt ist: die Freude am künstlerischen Gestalten sowie die Liebe zur Natur. Die Sinne sollen geweckt, die Wahrnehmung geschult und die Konzentration gefördert werden. Wir wollen die Teilnehmerinnen dazu inspirieren und motivieren sich öfter in der Natur aufzuhalten, eine Faszination für sie zu entwickeln, eine Verbindung zu ihr aufzubauen und sie besser verstehen zu lernen. Im gemeinsamen Gestalten entstehen Ideen und Dialoge, welche Basis sind für funktionierende Kommunikation und Kooperation. Die Teilnehmerinnen können innerhalb ihres Gestaltungsprozesses in einen sogenannten „Flow“ eintauchen, in dem sie Raum und Zeit vergessen und die Umgebung spielerisch erkunden. Bei der Auseinandersetzung mit Fragen zur Beschaffenheit der Umgebung und der dort vorkommenden Pflanzen- und Tierwelt wird das ökologische Bewusstsein geschult.

Wie stellen wir uns die Durchführung vor?

Der Phantasie und Kreativität soll keinerlei Grenzen gesetzt werden, abgesehen von den Grenzen, die sich durch den Naturschutz und die Bestimmungen des Forstamts ergeben. Jede einzelne Teilnehmer*in wird für voll genommen, alle können etwas beitragen und zeigen was in ihnen steckt. Fragen in Bezug auf die verwendeten Materialien, die ansässige Pflanzen- und Tierwelt sowie die Natur im Allgemeinen, sollten so gut es geht beantwortet und nicht abgetan werden. Eine gemeinsame Vorbereitung vor dem Erlebnis im Wald bietet sich an.

Anregungen was gebaut werden kann


  • „Landart“: Mandalas aus Blättern, Kreise aus Stöcken, Kugeln aus Zapfen etc.

  • Tiere: Phantasietiere, heimisch (z.B: Kriechtiere), exotisch (z.B. Krokodile, Schlangen etc.)

  • Behausungen von Tieren z.B. Häuser, Nester, Höhlen, Spinnennetze

  • Behausungen für echte Tiere z.B. Insektenhotels, Vogelhäuser, Fledermaushäuser (eignet sich auch für das Arbeiten in den Einrichtungen)

  • Zauberwald / Feenwald / Elementarwesen / Phantasiewesen

  • Sagen, Mythen, Märchen und damit verbundene Fabelwesen (z.B. Geister, Zwerge, Elfen, Feen, Wichtel, Gnome, Prinzessinnen, Prinzen etc.)

  • Erstellen eines Fühl- und Erlebnispfades


Habt ihr weitere tolle Ideen? Kontaktiert uns und wir schauen, wie sie sich realisieren lassen.

Bau- und Spielregeln

Bei allen kreativen Freiräumen die dieses Projekt bietet, gibt es jedoch auch einige Bau- und Spielregeln, die beachtet werden müssen, damit weder die Natur beschädigt, noch die Teilnehmenden gefährdet werden.



  • Die Wege müssen freigehalten werden. Es dürfen keine Hindernisse auf den Wegen geschaffen werden. Die Objekte dürfen nicht zu Fallen für Wildtiere werden.

  • Objekte, die so beschaffen sind, dass sie beim Einsturz oder Umfallen Menschen verletzen könnten, sollen in ausreichendem Abstand zu den Wegen aufgestellt werden. Aufbau der Kunstwerke max. 5 m abseits des Waldweges.

  • Es dürfen keine Pflanzen beschädigt oder Tiere verletzt werden.

  • Orte mit natürlichen Gefahren (z.B. Bäume mit Totästen, schiefstehende Bäume, ungesichertes Altholz etc.) sollten gemieden werden.

  • Anweisungen von Mitarbeitern des Forstamtes bitte Folge leisten.

Ein Projekt der: